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Eine Reise ins Land des Lächelns

Montag, Februar 28, 2011 @ 02:02 PM
Jessica

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Ein Reisebericht von Herr R. Lindner aus Dachau

Vier Uhr früh. Der Wecker rasselt. Raus aus den Federn – auf geht’s nach Thailand.
Ein sehr mageres Frühstück, eine ebensolche Toilette, einige Routinegeschichten und die Betten müssen natürlich auch gemacht werden. Viel zu früh stehen wir unter der Haustür. Ein Blick aufs Thermometer – minus 6 Grad. Also muß für mich eine Kopfbedeckung her. Meine modische „Great-Wall-China“ – Mütze liegt aber im Auto. Also verpasst mir Christinchen eine unmögliche, grobgestrickte Weibermütze. Ich werde sie sofort herunterreißen, wenn mich einer schief ansieht. Das tut aber keiner, dennoch reiße ich ein paar Mal.

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Der Depperl an der Bushaltestelle ist nicht der Grund zu reißen.. Der lacht und grinst über sich selber. Hephep und so früh schon auf den Beinen.Endlich der 722er Bus zum Bahnhof. Ich reiße geistesgegenwärtig und zahle den Obolus. Auf dem Bahnsteig – wir warten auf den Ingolstädter – umkreist einer unsere Koffer und fragt eine ihm wohl mäßig bekannte Dame, ob sie  in Urlaub fahren wolle. „Nein, ich doch nicht, schau ich etwa sooo aus??“, kommt es schnippisch zurück. Im Hauptbahnhof müssen wir nur zum übernächsten Gleis. Das ist auch gut so, denn die 13 Minuten Umsteigezeit sind nicht üppig. Zwei Koffer schleifend, zwei Rücksäcke buckelnd erreichen wir glücklich unseren ICE nach Frankfurt Flughafen. Die beiden Fensterplätze hatten wir schon Wochen vorher bei Herrn Faust am Dachauer Bahnhof reserviert. Christinchen verstaut dezent die dicke Weibermütze. Ich hatte sie schon länger in der Hand getragen. Unmerklich beginnt sich der Bahnsteig zu bewegen….Wir richten uns privat ein. Neben uns wird’s geschäftlich. Zwei Laptops beginnen ihr Tagewerk. Echt Arbeit – nix Porno. Einer der beiden zugehörigen Nadelstreifenherren wächst über sich selbst hinaus: er gebietet über einen Packen quadratmetergroßer Flip Charts voller immens wichtiger Daten, die nun in den Laptop rein müssen. Das ist ein Gefuchtele und Gerausche. Er nutzt mit seinen Riesenblättern die Fülle des engen Raumes voll aus und Christines Nase entgeht oft nur knapp seinem Ellbogen. Das geht so bis Frankfurt Hauptbahnhof. Dort verlässt der Nadelstreifen mit glasigem Blick die Wirkungsstätte.

Frankfurt International Airport. Erst bräuchtest du gesunde Füße. Die hab ich aber nicht, also muss es auch so gehen. Die Entfernungen spreizen sich ins schier endlose. Wir müssen nach Terminal 2, Schalter 866/868. Nach langen Wegen und einer kostenlosen Busfahrt erreichen wir besagten Schalter und freuen uns riesig: keine Sau da!Aber wir sind falsch. Weil alle unsere Papiere richtig sind, sind wir hier falsch. Also sind wir einer Falschinformation aufgesessen. Wir müssen mit unseren zwei Koffern und den zwei Rucksäcken retour nach Terminal 1, Schalter THAI-Airways. Wir kommen in den Genuss einer Fahrt mit dem führerlosen Sky-Train, also Himmelszug. Irgendwann bin ich mit diesem Gerät schon mal gefahren, weiß aber nicht mehr, wann und wieso.

Unsere Ankunft am Schalter THAI-Airways werde ich nie vergessen. Ah, da „isserja“, der Schalter. Aber eine Schlange von vielleicht 30 Menschen. Hinten anstellen! Eine Uniformierte hält  nur einen Durchgang frei, also weiter nach hinten, die Schlange verlängert sich. Eine weitere Uniformierte mit dazugehöriger Lücke, die Schlange verlängert sich. Als du es schon kaum mehr glauben magst, erreichst du nach weiteren Uniformierten und weiteren Durchgangslücken das Ende dieser Menschenschlange, deren kleines Glied wir nun sind. Die alle sollen in einen einzigen Flieger? Das muss ein Irrtum sein!

Nun kommen wir zur Vergangenheit. Wir w a r e n  das Ende der Schlange. Denn hinter uns ist sie lustig weiter gewachsen. Immer neue „Bekofferte“ rollen an, starren ungläubig und müssen sich von mir anhören: „Bitte hinten anstellen—-weit hinten—-es bleibt aber der gleiche Flughafen….“Die Zeit verstreicht. Am Airport haste ja immer zuviel, bist geduldig, lässt dich zum Warten in einen Hammelpferch sperren. Draußen steht schon die 747 bereit – nicht mehr die jüngste. Endlich gehen die Gatter auf, THAI empfängt dich. Erstmal mit keiner einzigen deutschen Zeitung, aber mit einem anständigen Wai des Personals. Unsere Sitzplätze 34 D E hatten wir schnell gefunden. Breiten wir den Mantel des Vergessens darüber. Mein ausgedruckter Wunschplatz war beim Einchecken einen Pfifferling wert. Die Schlange hatte mich schon ernüchtert.

Um 14 10 Uhr sollten wir abheben. Nun steht der Jumbo schon über eine halbe Stunde auf dem Vorfeld herum, ehe er sich entschließt, gen Thailand zu starten. Die Uhr zeigt fast 15 Uhr. Das wird keine Probleme bereiten, denn 165 km/h Rückenwind erwarten uns, 1050 km/h sind wir schnell und wir fliegen in einer Höhe von 39050 Fuß : 30,5 cm =  12803 Meter und 28 Zentimeter. Das ist doch was! Die Sitze 34 D E haben den Vorteil, dass du keinen fragen musst, ob du mal pinkeln willst oder sollst. Dafür haste keine Bodensicht. Ist wurscht, weil Nachtflug. Dafür haste ne blöde Wand vor der Birne, mit einem noch blöderen Großbildschirm, auf dem die Schrottfilme der dekadenten westlichen Welt laufen. Bollywood wär eine Alternative – aber sowas gibt’s nicht.

Pünktlich – dem Rückenwind sei´s gepriesen, setzt der Jumbo butterweich auf dem Runway von Bangkok auf. Die „Entladung“ dauert eine gefühlte Ewigkeit. Gepäckband durch, Zoll durch und erster Geldumtausch. Du, liebe Christine 100 Euro und du, lieber Richard auch 100 Euro. Jeder von uns erhält 4313 TBH (Thailändische Bath).Umrechnung später. Und wie weit wir damit kommen – auch später—- Bieseln auch noch— pur—keine Umrechnung,  kostenlos. Auf dem „Wagerl“ haben wir unser vereintes Gepäck und trachten zum EXIT. Ausschauen nach FOX-Tours.     FOX-Tours ist da! Immerhin! Wir werden mit „Berge und Meer“ zu einer 60 köpfigen Riesengruppe vermählt, dann durch zwei dividiert und es ergeben sich zwei Busladungen. Wir sind Bus 2 und erhalten lilafarbige „Schleiferl“   an die Koffer, Bus 1 kriegt orangene. Ausschau nach Bus 2. Richard rennt los und ergattert die Plätze ganz vorn über dem Fahrer. Welches Glück für 9 Tage…… Der Reiseleiter, Herr Pong, erweist
sich zunächst – erster Eindruck – als kompetent und umsichtig. Und das wird auch so bleiben. Bus 2 setzt sich in Bewegung.

Amari Atrium Hotel

In der folgenden dreiviertel Stunde bringt uns der Bus vom Flughafen in unser Hotel Amari Atrium **** Zimmer 526. Die Eindrücke dieser Fahrt zu beschreiben fehlen mir die Worte. Gigantisch, gewaltig, unglaublich…und nichts trifft`s richtig. Kann man sagen: diese Stadt ist eine unersättliche Bestie? Im vorigen Jahr haben wir Shanghai, Chong Quing und Peking erlebt. Stets gab’s eine höhere Ordnung. Hier gilt nichts. Die Hochstraßen verknäueln sich zu Gordischen Knoten, vier, fünf, sechs Stockwerke übereinander und lösen sich wieder auf.  Gigantische Reklamewände! Als ich vor 18 Jahren hier war, gab’s eine einzige, schnurgerade Hochstraße und Bangkok begann sich soeben vom Kuhdorf wegzuentwickeln. Diese Formulierung hätte mir damals mal einer sagen sollen.Koffer raus aus dem Busbauch. Zettel mit Zimmernummer dran. Einchecken. Lift. Aufsperren und aufs Bett fallen. 2 Stunden schlafen. Wir sind doch ein bisschen groggy. Die Uhren haben wir inzwischen um 6 Stunden vorgestellt. Unser Reiseleiter, Herr Pong hat uns eine Auszeit bis 16 Uhr gewährt, dann soll schon der erste Ausflug stattfinden, nicht ohne uns vorher über das kleine Biergeschäft zu Füßen des Riesenhotels hingewiesen zu haben. Prompt verspürt Christinchen einen dringenden Bierdurst. Also runter, die Uhr zeigt 14 10 Uhr. Keine Chance, an eine der schön gekühlten Bierdosen zu kommen. Ich werde aufgeklärt, dass ich jede Menge Bier bekommen kann, aber nur zwischen 11 und 14 Uhr und zwischen 17 und 24 Uhr. Sorry, Sir.
Um 16 Uhr treffen wir uns im kühlen Foyer. Draußen wabert die Hitze so um die 37 Grad. Aber der Bus ist schön runtergekühlt, das werden wir in den folgenden Tagen sehr zu schätzen wissen. Wir fahren los, Richtung Baiyoke Tower, zunächst kein Begriff. Herr Pong droht in seiner Einführung mit vielen Strapazen, die uns auf der Rundreise bevorstehen würden. Erst gegen Ende der Reise, am Strand sei Erholung angesagt. Dann steht er unvermittelt vor uns, dieser Baiyoke Tower mit seinen 304 Metern und 87 Stockwerken. Das höchste Gebäude Bangkoks, auch Thailands (erraten!) und auf der Weltrangliste irgendwo bei Nummer 37. Wir werden da oben eine einmalige Aussicht erleben und ein ebensolches Buffet. Erst mal die Tagaussicht von der umlaufenden Plattform ganz oben. Später das unvergleichliche Lichtermeer, durchzogen von glühenden Schlangen, mal rot, mal weiß. Der Verkehr quirlt und schäumt bis zum Horizont. Eine Phantasmagorie der Lichter. Nebenbei: die da unten fahren alle falsch, alle auf der linken Seite. Ein Falschfahrer? Nein hunderttausende! Ich filme wie besessen, glaube nicht zu wackeln, wackle aber doch. Zwischen diesen Tag/Nachteindrücken lag das Buffet, das BUFFET, d a s  B U F F E T !! So etwas haste noch nie gesehen. Es zieht sich dicht an dicht um den ganzen 86. Stock. Allein die Orientierung ist enorm schwierig, oder das Wiederfinden des Sitzplatzes. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Beschreib mal Fleisch diversester Sorten in diversesten Zubereitungen, geht nicht. Fisch, Meeresfrüchte genauso. Ehrlich, das meiste kennt man gar nicht. Die Getränke dürfen wir selbst bezahlen. Einer der Gruppe, ein niederbayerischer Sachse, er wird später Klaus heißen, macht eine imaginäre Handbewegung: er möchte endlich mal ein etwas größeres Bier – denkt wohl an eine Maß. Seim Wunsch wird erfüllt. Alsbald baut sich ein gläserner Bierturm vor ihm auf, fast einen Meter hoch und mit drei Maß drin. Raffiniert gekühlt von einem innenliegenden Eissystem. Alles johlt, nur Christine und ich haben den Anstand, dem armen Kerl beizustehen. Wir halten unsere Gläser drunter…..

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Übrigens, bei diesem ärmlichen Buffet gabs weder Weißwürste, noch Brezen, keinen gescheiten Mari-Senf und kein Franziskaner…..
Das war der sagenhafte Baiyoke Tower in Bangkok.
Doch damit nicht genug. Herr Pong lässt uns noch zweimal aussteigen, um uns „seine“ Tempel bei Nacht zu zeigen. Wahrlich eine Pracht. Bei meiner ersten Reise hatte ich niemals eine derartige Nachtbesichtigung. Man geizt nicht mit Licht. Die mit Myriaden kleinster Spiegelchen besetzten Fassaden und Dächer funkeln bei jedem Schritt. In der Ferne der Nacht strahlt ein übergroßer Chedi wie das Tor zum Himmel. Sie haben einen glitzernden, goldenen Glauben, die Thais. Ein Vor-Himmel schon hier auf Erden. Vorletzte Station heute: der Blumenmarkt von Bangkok. Wir werden noch durchgeschleust, können uns kaum noch auf den Beinen halten. Abermillionen von Orchideen und Rosen harren hier auf Käufer, auf weitere Verarbeitung oder auf den Tod in der Hitze der Nacht. Es wird nicht mehr gefilmt, denn es ist zu dunkel und das eigene Hirn läuft schon über vor all den Eindrücken an diesem endlosen Anreisetag. Die rechte Hand hat Arbeit in diesem Gedränge, sie ruht auf der Po-Tasche mit dem Geldbeutel.
Letzte Station heute: Hotel Amari Atrium, Zi. 526 Wie wir dorthin gelangt sind, entzieht sich unserer Kenntnis, jedenfalls sind wir im richtigen Zimmer aufgewacht. Christine hat bis zum Schluss lieb gelächelt. Nun lächelt sie wieder und wir freuen uns den zweiten Tag in Bangkok, wie gespickt voll mit Sensationen.

Samstag, 6. März 2010

Umra sechse muht der Wecker. Wir haben gut geschlafen und sind nun den Jetlag hoffentlich los. Runter zum noblen Buffet-Frühstück. Um acht Uhr soll es losgehen. Wir drücken uns noch eine Weile in der wohlgekühlten Lobby herum, dann fährt draußen der ebenso wohl gekühlte Bus vor. Der Busboy – ein lieber,  freundlicher Kerl – begrüßt uns mit einem artigen Wai, ebenso der Fahrer. Ich wuchte meine 86 Kilo auf den Himmelssitz, hinter mir folgt lächelnd Christinchen — Land des Lächelns —Unsere Mannschaft besteht also aus dem Reiseleiter, Herrn Pong, dem Fahrer (Peng?) und dem erwähnten Busboy. Außerdem führt Herr Pong noch einen jungen, sehr gut aussehenden Assistenten mit sich. Er soll angelernt werden, spricht aber kein Wort Deutsch. Ha! Bald gibt es nur noch eine Meinung. Sie passen sehr gut zueinander…Erster Palast heute. Da drin liegt einer und ist 60 Meter lang. Also ein Buddha, voll vergoldet. Wat Po. Den Kopf stützt er auf den Unterarm und ragt ergo 16 Meter in die Höhe. Sehr schwer zu filmen. Darauf hat man früher keine Rücksicht genommen. Bei einem Mönch kann man – jeder tut es – für 20 Baht ein Schälchen kleinster Münzen kaufen. Die darf man dann opfern und auf eine Unzahl von Schalen rund um den Buddha verteilen. Das Geschäft läuft wie geschmiert. Hinterher geht ein weiterer Mönch und entleert die Schalen in einen Eimer. Das ist ein Geklimper und Münzengezwitscher, unterbrochen nur vom dumpfen Plop des Entleerers. Ich habe nie eine bessere Verzinsung erlebt.

Königspalast.
Mit unendlicher Geduld und frischem Hemd begibt sich Herr Pong mit seiner Gruppe auf den langen Marsch durch Wat Phra Kaeo und den Königspalast. Schuhe aus, Schuhe an. Keines dieser zahlreichen Heiligtümer darf man mit Schuhen betreten. Ich bin für meine alten Bally dankbar, bei den Turnschuhen wäre ich mit den Bandeln nicht mehr  fertig geworden. Die Tempelanlage liegt mit ihren nachgerade gigantischen Ausmaßen mitten in Bangkok. Sie wurde 1782 erbaut zusammen mit der Gründung der neuen Hauptstadt Bangkok. Diese Anlage zu beschreiben, versuche ich erst gar nicht – überlasse dies gerne den vielen Reisebroschüren – und Herrn Pong, der sich redlich müht uns das alles etwas näher zu bringen. Immer wieder hält er inne, die Gruppe verdichtet sich vorsichtig und lauscht. Dabei wird nach jedem Fetzchen Schatten gelechzt. Nach geraumer Zeit nähert sich der Ausgang und Stinchen bekommt noch einen schattenspendenden, breitkrempigen Hut. Dann kommt der Bus, man kann die Kühle im Innern förmlich vorausspüren. Beim Einsteigen übe ich noch ein neues, künftig geltendes Ritual mit dem lieben Busboy. Ich halte zwei Finger in die Höhe. Das bedeutet zwei kühle Chang-Biere. Der Boy ist sehr lernfähig….

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Es soll nicht unterschlagen werden. Vorher hatten wir noch den Wachwechsel vor dem Rathaus mitverfolgt. Zacke, zacke! Ein Kontrast zu den eher dahin schleichenden Mönchen, die uns in der Anlage immer wieder begegnen. 300 von ihnen sollen hier leben. Also nun zum Lunch, es ist bauchseits bereits etwas zu verspüren. Das Mittagessen serviert man uns auf einem Ponton-Restaurant, das festgezurrt auf dem Menam Chao Phraya schwimmt. Der Menam ist der größte Fluß Thailands und sein Name bedeutet „Mutter aller Wasser“. Auf dem Fluß herrscht dichter Verkehr, wie etwa auf der Mittermayerstr. zur Stoßzeit. Eine Mittelklasse der Fahrzeuge fehlt fast völlig. Es handelt sich um riesengroße Lastkähne von Ausmaßen wie umgelegte Hochhäuser. Talwärts sind sie noch gewaltiger, da leer. Düster, schwarz, dreckig, furchteinflößend. Der lebhaftere Teil des Verkehrs besteht aus Langschwänzen. Bekannt, oder Erklärung nötig? Der Langschwanz ist ein sehr schlank gebautes Boot mit spitzem, hochgezogenem und prächtig bemaltem Bug. Ein wenig schief, ein wenig an eine Gondola erinnernd. Im hinteren Teil kauert der Schiffsführer und neben ihm, an waghalsiger Aufhängung röhrt ein Chevrolet- oder Buick- oder Chrysler-Motor, verbunden mit einer langen Stange und Propeller hintendran Ein Getriebe braucht es nicht. Den Propeller kann man je nach Bedarf ins Wasser tauchen, oder nicht. Taucht er ein und gibt Gas, dann zieht der Langschwanz einen imposanten Wasserschweif hinter sich her und beschleunigt wie ein Ferrari. Das Mittagessen besteht aus einem ansehnlichen Buffet. F Fleisch, Huhn, Fisch, Nudeln und vor allem Reis, mal schärfer, mal süßer, Gemüse, Cashew-Nüsse, dazwischen ein Supperl unbekannter Genese, Obst und dergl. Man beachte die verwegene Interpunktion, diese kommt meinem Empfinden solchen Buffets sehr entgegen. (Dies wird sich noch steigern.)

Klong Fahrt
Die sich vor dem Restaurant drängenden Langschwänze werden nach dem Essen schluckzessive beladen. Christine kommt an der Backbord- und ich an der Steuerbord-Seite zu sitzen, an der Krokodil-Seite. Unser Boot hat den riesigen Menam überquert und ist kaum 200 Meter in den Klong eingefahren, da wälzt sich ein ansehnliches Krokodil unter einem „Haus“. Der Fahrer geht ein paar Meter zurück und man kann es tatsächlich flüchtig filmen. Klongs sind schmale Wasserstraßen, die einst Bangkok kreuz und quer durchzogen. Nicht mehr viele sind geblieben, die anderen wurden leider eingefüllt, um Bauplätzen zu weichen. Die restlichen werden nun als Attraktion verkauft. Das Wasser ist lehmig trüb und riecht ein bisschen, aber nicht sehr stark. Man putzt die Zähne, schöpft Kochwasser und badet die Babys darin – alles selbst gesehen. An uns ziehen die Lebensräume vorbei. Ärmliche Hütten auf Stelzen – alles auf Stelzen – schöne neureiche Teakvillen, Tempelchen und Geisterhäuschen, jede Menge Felder von Wasserhyazinthen, jedes Blattl davon 5 Euro wert, beim Pflanzen-Kölle, daheim in München. Christinchen badet in Glückseeligkeit. Der Assistent drückt mir einen Weißbrotwecken in die Hand. Dass ich keinen Hunger habe interessiert ihn nicht. Er deutet ins Wasser. Ich glaube, der Geistesbonsai kann „Fisch“ weder Englisch noch Deutsch sagen. Alsbald beginnt das Wasser ums Boot förmlich zu kochen. Futterstelle! Eine Unzahl von Welsen mit schönen Barten am Breitmaul,  interessiert sich für unser Brot. Ich werfe den halben Wecken in die Brühe, eine Sekunde und kein Krümel wird mehr gesehen.Weiter geht die Fahrt. Die Szenerie weitet sich, ein breiter Nebenarm des Menam. Wir steigen um auf ein großes, dickes Holzboot. Eine Schar von Schmetterlingen empfängt uns, ausgesucht hübsche Thai-Mädchen.Auf die Gefahr hin, wegen meiner Euphorie unglaubwürdig rüberzukommen, nehme ich mich bei dieser Schilderung sehr zurück. Es ist ein Früchte-Buffet aufgebaut, das wohl seinesgleichen sucht. Kaum eine der Köstlichkeiten kennen wir. Mit Liebe zubereitet ist das. Kannst essen soviel du willst. Die Maderl umschwirren dich. Dahinter hat man eine hochprozentige Flaschenreihe drapiert. Ohne Limit! Auch alles Gute europäische gibt’s da. Ein Campari? Kein Problem. Ein echter Scotch? Ein guter Cognac? Alles ist da. Wir futtern diese Köstlichkeiten soviel reingeht und spülen tüchtig nach. Das große, dicke Holzboot hat sich inzwischen in Bewegung gesetzt und überquert alsbald den Menam- Fluß. Am anderen Ufer werden wir abgesetzt und streben zügig zum Bus. Der nimmt uns gnädig in seine köstliche Kühle auf. Den goldenen Buddha hatte ich schon bei meiner ersten Reise gesehen. Damals hatte man den Eindruck, er sei nicht standesgemäß untergebracht. Dieser Eindruck täuschte nicht. Man hat ihm inzwischen einen prächtigen Tempel gebaut. Siebenundsiebzig Stufen führen hinauf, alles strumpfsockend auf warmem Marmor. Dann thront er vor dir und du kannst es kaum fassen: fünfeinhalb Tonnen reines Gold – ein unermesslicher Wert. Ehrfürchtig wandelst du um ihn herum und vergewisserst dich, dass er auch hinten vollends aus Gold besteht. Vorsichtig die vielen Stufen wieder hinunter, Schuhe an und zum Bus, der uns ins Hotel bringt.

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Das war unser zweiter Tag in Bangkok. Und dies war der gesondert buchbare Ausflugstag.

Morgen beginnt die Rundreise nach Norden.
So, heute ist nun morgen und der Bus wartet auf uns. Bus-Boy und Fahrer begrüßen uns artig mit dem landesüblichen Wai. 2000 Kilometer Straße und 800 Kilometer Eisenbahn stehen uns bevor. Alle 35 (31+4) Köpfe waren pünktlich zur Stelle. Um dem abartigen Verkehr etwas zu entgehen, finden wir uns bald auf einer der mautpflichtigen Hoch-Schnellstraßen. Autobahn. Kurs Nord. Auf unseren exponierten Sitzplätzen „fährt“ man natürlich mit, hilft dem Fahrer, wo es nur geht. Allerdings ist es sehr schwer, sich auf den Linksverkehr umzustellen. Der Bus strebt ungehindert voran, so mit etwa 120 Kilometer. Das kann man allerdings nur schätzen. Denn wenn ich mich über den Fahrer und seine Instrumente beuge, dann funktioniert weder der Tacho, noch der Drehzahlmesser und sonst auch fast nichts. Davon abgesehen macht das Fahrzeug einen recht guten Eindruck, ist fast neu und auch sehr gepflegt (der Boy!). Schon nach einer dreiviertelstündigen Fahrt biegen wir ab und dann nochmals ab. Wir kommen durch einen kleinen, ländlichen Ort und dann schauen die Tempelanlagen von

Ayutthaya

durch die hohen Bäume. Riesige Chedis, breit hingelagert, Durchgänge, Treppen, Teiche. Die Chedis haben alle eine Schlagseite, wegen des unfesten Untergrundes. Die gesamten Anlagen sind aus Millionen von Ziegeln gemauert. Christine, die Liebe, entfaltet eine unbändige Begeisterung für die Farben dieser Bauten. Die Ziegelsteine leuchten in wunderbaren, gedämpften alten Farben, als hätte Rembrandt die Szenerie gemalt…. Ich war schon mal da, bin wieder verzückt von den langen Reihen unzähliger Buddhas, die den Haupttempel umringen. Alle sind sie frisch gekleidet, hellorange bis gelb die Gewänder, einer neben dem anderen, rundherum, sicher ein paar hundert. Einen hat ein Vogel verschissen, wetten, morgen spätestens ist die Schmach beseitigt. Herr Pong hält einen historiengespickten Vortrag und wir lauschen alle – und behalten kaum etwas in den Hirnen. Währenddessen wird es einem Passagier von Bus 1 schlecht. Hat wohl etwas Unterdruck im Hirn. Herr Pong rennt los, kommt aber alsbald Beruhigung heischend zurück. Nix passiert, kleine Kreislaufgeschichte. Sooo nahe ist uns also Bus 1 !? Wir kennen den Haufen gar nicht.
Ich brauche Geld. Bevor die einhundert am Flughafen umgetauschten Euro gänzlich zur Neige gehen, bitte ich Herrn Pong, mir am nahe liegenden Automaten zu assistieren. Geduldig steht er mir bei und schon habe ich 10.000 Baht in der Hand. Noch 150 Baht Wechselgebühr dazu, kostet die Chose genau E 235,99. Die  Rechnung fertig lautet: 100 Euro = 4237 Baht, 1 Euro= 43 Baht 100 Baht = 2,33 Euro. So weit so gut. Beschissen sind alle die, die 100 Bath = 2 Euro rechnen, und das sind die meisten.

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Zurück zum Bus. Kühl!  Weiter geht es, aber quasi nur um die Ecke. Noch im Dunstkreis der Ayutthaya-Tempelanlagen liegt eine weitere Ausgrabungsstätte: Wat Mahathat. Wunderschön ruhig ist es hier: eine verwunschene Stätte. Gepflegte, kurzgeschorene Rasenflächen zwischen den Ruinen, die wieder in alten Ockertönen schimmern. Herr Pong hält seinen unvermeidlichen Vortrag, ich filme derweil Ameisen und Stinchen schaut mir zu. Wir sind im Einklang. Der Friede dieses Ortes legt sich auf unsere Seelen wie weiche Watte. Das ferne Motorengeräusch stört kaum. Ein Fluß, ein winzigkleiner Schlepper, dahinter ein Schleppzug, groß wie eine Kleinstadt. Das Schlepperli müht sich redlich, erreicht nicht mal Fußgängertempo. Noch ein Zwischenstopp auf einem Markt nur für Einheimische. Kein Tourist weit und breit, uns selber vornehm ausgenommen. Es gibt Fisch, trocken, halbtrocken, saftig (Brechreiz). F laden von unglaublicher Dünne werden gebacken. Meine Filmkamera macht schlapp: Chip voll. Ich erstehe noch einen Strohhut für 20 Baht. Er wird mich künftig auf vielen Fotos verunstalten! Wieder im Bus kapiert der Boy sofort unser Ritual: zwei Finger hoch – mit einem Lächeln – und zwei eiskalte Bierchen rollen an. Das Amarin Lagoon Hotel in Phitsanuloke erwartet uns. Herr Pong meint, wir könnten außerhalb des Hotels noch Mekong kaufen, aber der Weg nach draußen ist uns bei der Hitze zu weit, zumal wir noch über einen kleinen Vorrat von Mekong verfügen.

8. März 2010
Das riesige Zimmer des „Lagoon“ ist mir in Erinnerung, das Frühstück hingegen gar nicht. Macht nix! Kaum sitzen wir im Bus, macht er schon wieder Halt. Herr Pong tänzelt voraus zu einem kurzen Spaziergang, der in einen riesigen Schulhof mündet. Die Uhren zeigen zehn Minuten vor acht. Der Platz quillt über von Kindern, eine Ordnung ist zunächst nicht zu erkennen. Ein gemischtes Buben-Mädel-Orchester spielt mit Hingabe –  und nicht mal schlecht. Alle Kinder sind schmuck und in Einheits-Schuluniform gekleidet. Die Uhr geht auf acht. Langsam wird Struktur erkennbar, die Herumtoller werden weniger. Es handelt sich wohl um den Direktor, der eine endlose Ansprache beginnt. Dann wird die Nationalflagge Thailands gehisst: rot-weiß-blau-weiß-rot, die Musik schmettert. Unser Reiseleiter klärt uns auf: dies sei ein ganz normaler Montag, dieses Ritual fände jeden Tag statt und die Schule begänne sowieso erst um halb neune. Wir trollen uns. Wohin? Natürlich zum nächsten Buddha. Zu Fuß. Er sei besonders schön, was er dann auch ist. Also Schuhe aus, rein in den Tempel. Filmen, den sehr schönen Buddha und auch die Mönche. Schuhe wieder an. Herr Pong taucht wieder tief in die Geschichte ein, erklärt aber auch die Struktur und Bedeutung der Lotosblume.
Zurück am Bus zeige ich dem Boy zwei Finger…..Wieder hat uns die Autobahn im Griff. Kilometer um Kilometer verschwinden hinter dem Bus. Wir schlabbern unsere Singha-Bierchen. Das macht müde und ich penne für ein Stündchen ein. Soll der Fahrer doch schauen, wie er alleine zurecht kommt. Unvermittelt weckt mich mein Stinchen: „wir sind da, wach auf, schau da drüben der Affentempel….“ Ich wach also auf, klettere aus dem Hochsitz herab und alles dreht sich….dreht sich….dreht sich….Kreislauf. Scheiße! „Geh du allein, Schatz, ich bleib hier im Bus. Hast ja genügend Begleiter, also los….“

Später erfahre ich folgendes:
Christinchen hat wie immer, ihren Rucksack auf dem Buckel. Ein Affe scheint das für einen hervorragenden Landeplatz zu halten und schon hockt er auf dem Rücken meiner Sponsa und krallt sich fest. Schreien, Plärren, Zerren der Begleiter. Endlich ist er runter von meinem Weibe. Schreckfolglich bringt sie ein paar schlechte Fotos mit heim. Dann geht es ihr wieder gut – und mir auch. Eine Zeitlang nagen wir an den 2000 Rundreisekilometern, dann erneuter Stopp. Eine Reismühle, eine altehrwürdige Reismühle. Der fällige Vortrag tröpfelt an uns vorbei, wir erfahren eine Menge über Reissorten, Bearbeitung, Trocknungsgrad und dergl., vor allem dergl. Die maschinelle Anlage aber schießt den Vogel ab. Uralte Maschinen, getrieben von Transmissionen, diese wiederum von Lederriemen. Es dampft und zischt, ölige Ketten bedienen ebenso ölige Zahnräder, riesige Schwungräder drehen sich. Ein Inferno aus der Vergangenheit. Ungläubig starren die jüngeren Chipköpfe auf das Schauspiel, uns älteren läuft ein wohliger Schauer über den Rücken.

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Der Höhepunkt des Tages, ja der ganzen Rundreise steht uns heute noch bevor

Sukhothai, Morgenröte der Glückseligkeit,
so nannte man die Stadt, die im 13. Jahrhundert Mittelpunkt des Thai-Reiches war. Die heutigen Überreste erstrecken sich über eine Fläche von etwa siebzig Quadratkilometern, unüberschaubar. Herr Pong wächst förmlich über sich hinaus, hält einen dreiviertelstündigen Vortrag bei etwa vierzig Grad im Schatten. Wir harren aus, nur ein paar verdrücken sich, suchen im Schatten einen noch schattigeren Platz – aber das geht nicht. Direkt vor uns wartet der einstige Königstempel Wat Mahathat mit unvergleichlichen Fotomotiven, aber Herr Pong bleibt hart. Eine Frau verkauft in Plastiktüten Frösche, Schlangen und Fische. Man solle die Tiere in die Freiheit entlassen. Welch großartiger Charakterzug, den man hier zeigen kann. Von Ferne kommen Wortfetzen des Herrn P. Einer aus der Gruppe kauft der Frau einen kleinen Fisch ab, geht zum nahen Teich und wirft das Fischlein generös ins Wasser. Es macht einen lauten „Schnapp“, ein großes Fischmaul ist zu sehen, der Kleine nicht mehr….. Noch tagelang wird diese Story in der Gruppe erzählt. Endlich, endlich hat Herr Pong sein Pensum erfüllt. Wir dürfen Wat Mahathat betreten. Christinchen fotografiert und ich filme, versuche die Kamera in meiner Hand nicht schmelzen zu lassen.

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Weit ist noch der Weg zum Bus. Man zählt schon fast die Schritte. Die Luft flirrt und wabert. In einer Halluzination sehe ich den Bus wegfahren. Ich schrei zu Christine:“ Schau, der Hammel fährt weg und lässt uns hier hocken!!“ Wie sich alsbald herausstellt, war es der Einserbus – die beiden gleichen sich, wie ein Ei dem anderen. „Pongprasert Tours“ steht außen drauf Herr Pong hat damit nichts zu tun. Ich halte zwei Finger hoch. Der Boy grinst…. Als wir – schon ganz schön geschafft – in Lampang ankommen, zeigt uns der Reiseleiter das Hotel…..und fährt dran vorbei! Nochn Gedicht?  Nochn Markt! Wir sind wieder die einzigen Fremden hier. Nichts, aber auch gar nichts ist inszeniert, man fühlt förmlich den Pulsschlag des Volkes. Fisch, Fleisch, Gewürze, Eier, Gemüse und Undefinierbares in bunter Reihenfolge. Hühnchen und Hunderl runden das Bild ab. Waghalsige Konstruktionen dienen als „Fliegenvertreibemaschinen“ Ich brauche ein paar Limonen. Also kaufe ich drei Stück à 7 Baht und gebe der Frau 25 Baht und lasse es gut sein. Wir trotten weiter. Nach 50 Metern werde ich von hinten angetupft und die Frau drückt mir 4 Baht in die Hand. Ich bin perplex und spende diesen „Unbetrag“ spontan einem Musikanten. 300 Meter zum Hotel „Wienglakor“ Schuhe waschen (Markt), nochmal raus, Mekong kaufen (Dialog: „in Germany there is a lot of snow!  Oh….oh…oh, Mister…)
Zum Dinner bekomme ich noch ein wunderbares Pfeffersteak für 180 Baht (4 Euro, 19 Ct.) Es geht uns gut und dann schickt uns das Sandmännchen süße Träume.

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Dienstag, 9. März 2010Weckerrasseln um halb sechs. Normal während der Rundreise. Das Frühstück wird uns diesmal vorgegeben, also kein Buffet. Der Bus wartet schon im Innenhof. Gaudihalber setze ich mich hinters Steuer, bin aber doch froh über unseren Hochsitz über dem Fahrer. Und schon sind wir wieder auf Piste.

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Ich filme die Verkehrsampeln. Sie zählen bei Rot herunter bis null, springen dann auf Grün und zählen wieder herunter. Das geht so manchmal von 90 bis 0. Super! Du weißt genau, wann du den Gang einlegen musst, oder wie viele Sekunden dir noch für Grün verbleiben. Verdammt! Warum geht sowas nicht bei uns daheim??? Ein See liegt an unserem Wege. Halb so groß, wie der Ammersee. Die gegenüberliegenden Ufer verschwimmen aber im Dunst. Wir trinken hier keinen Kaffee, genießen aber ausgiebig das WC. Wieder versucht eine Frau, am Seeufer Vögel in kleinen Körbchen zu verkaufen. Wir halten uns zurück. Herr Pong hatte uns gewarnt. Die Vögerl sind lange gefangen und völlig kraftlos. Kaum freigelassen, fliegen sie 200 Meter zu einem Baum, fallen dann herunter und sind tot vor Erschöpfung. Sind sie nicht tot, werden sie wieder eingefangen und erleiden ihr Schicksal aufs Neue.

Weiter führt die Reise nach Norden. Tagebuchnotiz: weiter zur Grenze zu Myanmar, scheußliche Zivilisationsdichte, die Brücke über den Mekong ist vor lauter Menschen und Andenken Läden kaum zu erkennen.

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Die Fahrt zum Hotel Chiang Rai, Rimkok Resort zieht sich in die Länge. Luxus und Schönheit des Hotels versöhnen uns aber wieder. Wir dinieren am Ufer eines unsichtbaren Flusses, der wegen der Finsternis nur zu ahnen ist. Nach all den Thai-Gerichten freue ich mich über ein Wiener Schnitzel und Stinchen genießt eine Shrimps-Suppe. Leider vergällt uns das Ganze ein depperter Preuße, der unbedingt an unserem lauschigen Tisch sitzen muss. Wo er seine Alte gelassen hat, bleibt im Dunkel verborgen. Unsere Rechnung macht 519 Baht. Ich gebe 1040 Baht und möchte gerne einen Fünfhunderter sehen. Denkste! Ich bekomme 480 Baht zurück. ThaiMathe. Für eine Aufklärung möchte ich mein bisschen Englisch nicht strapazieren.

10. März 2010, vierter Tag der Rundreise
Was gab’s zum Frühstück? Wieder mal ein riesiges Buffet und wir beide können doch nicht so richtig zuschlagen – im ersten Anlauf. Ewig schade! Schon nach einer Stunde biegt der Bus in ein Tankstellengelände ein. Dort warten vier Jeeps. Jeder hat die Ladefläche mit zwei Sitzbänken bestückt, gut für acht Passagiere. Wir sollen zu einem Bergdorf und dessen Bewohnern gebracht werden, um die Ursprünglichkeit der Bevölkerung kennen zu lernen. Nun, was diese Ursprünglichkeit betrifft: sie haben Strom, sie haben fließend Wasser, sie haben eine Schule, aber wahrscheinlich keine Müllabfuhr. Wir klettern aus unseren Gefährten und sind alsbald umringt von bettelnden Kindern und deren geschäftstüchtigen Omas, die uns alles Mögliche verkaufen wollen. Und wir wollen filmen und fotografieren. So versucht jede Seite zu seinem Vorteil zu kommen. Meistens sind jedoch wir Gäste die Sieger. Dennoch lächeln die alten Gesichter und zeigen vom Betel kauen schwarze Zahnruinen. Ich muss mich schon sehr bücken, die alten Damen reichen mir nur knapp bis an die Brustwarzen.

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Herr Pong führt uns zwischen ärmlichen Hütten hindurch, Hühner, Kinder, Ziegen, Kinder, Schweine und nochmal Kinder. Sie scheinen hier keine Fernseher zu haben. Der Reiseleiter verteilt aus einem Beutelchen Kugelschreiber. Ein Ascheregen geht zum Abschied auf uns nieder. Hinter einem benachbarten Hügel wird brandgerodet. Eine übliche Methode hierzulande. Eigentlich brennt halb Thailand, halb Asien. Daheim in Deutschland werden wunderbare Filter eingebaut und Katalysatoren erfunden, um die Welt zu retten. Die lachen sich hier einen Buckel. Schnell rein in die vier Jeeps und zu Tale gerumpelt, die nächste Busgesellschaft wartet schon…und die übernächste…und so weiter. Todesmeldung: Kind in Bergdorf von Kugelschreiberlawine erdrückt…Unser Bus-Boy funktioniert prächtig. Er versteht perfekt die Fingersprache.Der Besuch in einer Seidenspinnerei verläuft relativ unspektakulär, wenn man davon absieht, dass kaum einer etwas kauft. Wozu auch, man hat das alles doch schon irgendwie zuhause. Herr Pong jedoch glänzt in einer Vorführung, indem er sich einen Sarong um die Hüften wickelt und uns versichert, dass Thai-Frauen keine Unterwäsche bräuchten. „Sehen sie her, ich knie jetzt nieder. Sieht einer von Ihnen, dass ich jetzt  pinkle??? Na also!“ Nach erfolgreicher Verladung in unser Gefährt haben wir nur noch 25 oder 175 Kilometer zu fahren. Ehrlich, wir haben längst die Orientierung verloren und wissen nur: heute müssen wir noch nach Chiang Mai ins Hotel Holiday Inn. Dort sollte uns keine kleine Überraschung bevorstehen. Aber nur, was die Lindners betrifft.
Wie üblich werden die Zimmernummern vergeben, die Koffer gekennzeichnet. Wir erhalten die 1301. Aufzug, 13. Stock, langer F lur und an dessen schmalem Ende eine kleine Tür: 1301. Schon beim dritten Versuch öffnet sich die Tür. Erst mal passiert gar nichts. Links Kofferablage, rechts ein riesiger Kleiderschrank. Dann geht’s ums Eck……Wir stehen da, mit offenen Mündern. Man hat uns aus Versehen die Suite verpasst! Unfassbar viele Quadratmeter breiten sich vor uns aus – alle in dezentem Grün. Vier große Fenster, mit Blick 240 Grad über Chiang Mai. Zwei Schreitische, ein Schminktisch, eine Kaffeekochecke, ein Flat-Screen-Fernseher und dann das Doppelbett. Es wirkt fast bescheiden mit seinen 2×2 Metern. Haben wir auch ein Badezimmer? Wir haben! Wau und nochmals wau! Wieder edles Grün. Die Dusche hat die Ausmaße einer Smart-Garage und davor könnte nochmal einer parken. Es könnten wahlweise aber auch zehn Paare tanzen. Dabei bestünde keine Gefahr, in die große, tiefgelegte Badewanne zu fallen. Und sogar ein Spiegel zum Rasieren ist da…….Hier sollte man länger residieren können, immerhin dürfen wir zwei Nächte hier verbringen.(Foto leider Fehlanzeige, nur Film).
Am anderen Morgen schwärmen alle von den mindestens 35 Quadratmeter großen Zimmern. Wir haben den Fluchtplan studiert und möchten in keinem dieser „Löcher“ untergebracht sein. Immerhin gab’s auch in unserer Residenz einen unverzeihlichen Lapsus: bei unserem Einzug stand der Klodeckel offen…!
Einer unserer extra gebuchten Ausflüge bringt uns heute nochmal auf die Beine bzw. in den Bus.
Ein Theaterabend ist angesagt. Mit thailändischen Tänzen mit und ohne Masken, Schmetterlingsmädchen in Kostümen, die völlig der Schwerkraft trotzen und als Kontrast dazu sehr wilde Gesellen, denen man nicht im Dunklen begegnen möchte. Ein feines Dinner gehört dazu und die Getränke gehen wieder extra zu unseren Lasten. Aber die haben hier keinen Mekong…Dann bringt man uns zurück zur Suite.
Nochmal langsam:  S u i t e ……
Es gibt Nächte, die dürften wahrlich etwas länger dauern.

11. März 2010  5. Tag der Rundreise, 8. Tag der Reise
Elefantentag

Christine ist heute Morgen arm dran. Sie muss buchstäblich alles alleine machen – ich kann ihr mit keinem Handgriff helfen, denn ich habe mich beim Rasieren verletzt und das Stillen der (kleinen) Blutung dauert prompt über das Frühstück hinaus fast bis zum Bus. Wo wir wieder Thai-freundlich begrüßt werden. Der Boy hatte Überstunden gemacht, das Fahrzeug ist  pico bello. Vor den Elefanten, die uns heute erwarten, steht noch der Besuch einer Orchideenfarm. Schau, schau, da war ich schon einmal. Leider gibt’s diesmal keine Schmetterlinge. Aber die Orchideen in allen nur denkbaren Farben und Formen faszinieren dennoch. Das heutige Mittagessen findet hier auf der Farm statt und ist perfekt organisiert, wie immer. Nur die 0,65 Liter Singha-Bier haben wir zu zahlen. Eigenartige Flaschengröße… vor  der Weiterreise erstehen wir noch eine Zuchtorchidee im Flachmann. Sie ist in der verschlossenen Flasche mit allem versorgt, was sie braucht. Ein spezielles Gel gibt ihr die Grundlage. Ist sie genug gewachsen, solle man die F lasche vorsichtig zerschlagen und die Blume in die freie Wildbahn entlassen. Leider kann man noch heute – 6 Wochen danach – am Zustand der Pflanze erkennen, wie rücksichtslos die Gepäckstücke herumgeworfen werden. Unsere arme Orchidee hat einen Schock…. Wieder sind wir on Tour und werden abwechselnd vom Boy oder vom Assistenten mit kleinen Aufmerksamkeiten bei Laune gehalten. Mal gibt es süßes Gebäck, mal eine kleine Ananas, mal ein unbekanntes Früchtchen und einmal sogar…Mekong… Die Straße wird enger, kurvenreicher und steiler. Wir kommen im Elefantencamp an. Eine Menge Dickhäuter stehen in ihren offenen Garagen herum. Eigentlich sind das Carports, oder eben „Fantports“. Aufregung. Die Mannschaft wird auf die Riesen verladen. Dazu erklimmen wir den „Fantsteig“ in etwa 3 Meter Höhe. Christinchen zuerst auf die „Rückentrage“ oder Sattel, dann meine Wenigkeit. Die Haltestange vor uns geschlossen – unentbehrlich, weil du sonst in hohem Bogen die Fliege machst. Vor uns, eine Etage tiefer, hockt der Mahout auf dem Hals des Tieres und lenkt mit den Füßen, abwechselnd hinter den Ohren kitzelnd und mal auch mit einem kräftigen Schlag mit einem Metallstab auf das Hirn des Elefanten.
Los geht’s. Erstmal steil bergab zum Fluss. Der Fluss ein Muss für jedes Elefantencamp. Vorsichtig setzt unser Reittier die Füße ins Wasser. Sicher kennt er jedes einzeln Steinchen. Dennoch klammern wir uns an die Sicherungsstange, ich nur mit einer Hand, denn mit der anderen muss ich verwackelte Filmaufnahmen machen. Wenn man um sich schaut, sind wir inmitten einer langen Kolonne von Elefanten, jeweils mit einem Paar besetzt. Die ersten verlassen schon den F luß und erklimmen das steile, wirklich steile Ufer. Im Zickzack geht’s empor. Dann macht der Mahout eine kleine Pause, steigt über Rüssel und Stoßzähne auf die Erde hinab und begehrt Christines Fotocamera. Erst daheim merken wir, dass er oft auf den Auslöser drückte. Weiter trotten wir. Ich erwarte einen gehörigen Muskelkater. Wieder durchqueren wir den Fluß und nochmal fotografiert der Chauffeur, vor allem mich mit dem blöden Strohhut. Stinchen strahlt übers ganze Gesicht: „Noch doller, Richaddl, als auf dem Kamel in Ägypten…“ Der Rest des Rittes führt uns über eine Teerstraße zurück ins Elefantencamp.

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Christine besorgt dringend etwas Trinkbares. Sie bringt ein Cola. Ein Cola Light. Wir begeben uns auf eine Spar-Tribüne. Und alsbald beginnen die Dickhäuter eine beispiellose Gala. Zunächst begrüßt uns die nicht kleine Horde mit einem artigen „Welcome“. Dann zeigen uns die Mahouts, was sie ihren Lieblingen beigebracht haben. Sie spielen Fußball – nicht treffsicher – aber mit gewaltigem Schuss. Sie spielen „Totfant“ und gleich darauf die Mundharmonika. Auch ein „Rüssel-Hula-Hoop“ ist dabei. Die tollste Nummer aber kommt zum Schluss: Elefant malt Elefant! Ein weißes Blatt Papier auf Staffelei ohne jede Vorzeichnung. Der Mahout gibt den farbgetränkten Pinsel in den Rüssel und los geht’s. Hohe Spannung im Publikum. Der erste Strich nimmt langsam Form an. Aha – noch kann sich keiner etwas vorstellen. Der Pinsel wird gewechselt. Die Striche ergänzen sich und siehe da – ein Elefant erscheint. Du kriegst die Motten!  Beifall braust auf! Dann verziert das Tier sein Ebenbild noch mit ein paar Blümchen.  Ein weiterer Elefant macht das Gleiche, im Stil etwas unterschiedlich und am Ende könnte man die Bilder zu einem ansehnlichen Preis kaufen. Was leider keiner tut. Zur Volksbelustigung lassen wir uns noch von den Rüsseln hochheben, auch Stinchen hat ihre helle Freude….

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Um zum Bus zurückzukommen steht uns noch eine Floßfahrt bevor. Paarweise – und je zwei Paare – werden wir auf Bambusflöße verladen. Tiefer Sitz, Wasser quietscht zwischen den Bambusstangen. Ab die Post. Vorne ein Steuermann und hinten auch einer, den wir kaum zu Gesicht bekommen. Das Wasser des Flusses ist sehr untief, manchmal scharrt das Gefährt auf dem Grund. Klaus und Sabine sitzen hinter uns, haben wie wir einen Mordsspaß, zumal sich der vordere Steuermann als Juxfigur entpuppt. Elefanten am Ufer, mit Jungen, die aufgeregt zwischen Mama und Wasser hin- und hertollen. Einfach schön ist diese Floßfahrt, man kommt auch zuweilen ein bisschen ins Träumen, hier zwischen hohen fast-Urwaldufern. Sagen wir es bairisch: Christinchen und mir taugt es!  Ein wundervoller Tag geht zu Ende. Der Bus wartet und bringt uns zurück nach Chiang Mai, zu unserem Hotel Holiday Inn, zu unserer S u i t e, mit der Garage für Smart´s.
Voll von Eindrücken verschlafen wir den Luxus…..

12. März 2010
Wat-Tag, Zug-Nacht
Sehr schweren Herzens verabschieden wir uns von unserm schönen Holiday-Inn-Hotel in Chiang Mai. Noch verlassen wir die Stadt aber nicht. Ein Besuch auf dem Doi Suthep Berg ist angesagt. Lange windet sich die ausgezeichnete Straße den Berg hinauf, bis sie 1600 Meter Höhe erreicht. Heute hat man uns einen älteren Bus verpasst. Unser Rundreisebus ist bereits auf dem Weg nach Bangkok, zusammen mit unseren Koffern, die wir auf der Zugfahrt gar nicht brauchen könnten. Oben angekommen, gibt es nur eine Wendemöglichkeit. Also schnell raus. Wat Phra That Doi Suthep erwartet uns. Dreihundert Stufen führen hinauf zu den Tempeln. Damals machten sie mir keine Probleme, heute sind wir froh über den neuen Schrägaufzug.
Der Tempel wurde schon im 14. Jahrhundert gegründet und man sagt, ein heiliger weißer Elefant habe die Stelle ausgesucht. Wir ziehen die Schuhe aus und an, aus und an…bimmeln an den in langen Reihen aufgehängten Glocken und genießen die Aussicht auf die Stadt Chiang Mai. Herr Pong erläutert wie immer mit Akribie die Geheimnisse der Tempel, aber wir haben mehr Magendurst als Hirndurst. Dreihundert Stufen steigen wir dann hinab. Zu beiden Seiten der Treppe windet sich eine – ganz am Ende – siebenköpfige Naga-Schlange, zusammengesetzt aus abertausenden von kleinen, glasierten Keramikstückchen. Nach den sieben Köpfen gibt es als Belohnung je eine kühle Bierdose. Heute haben wir keinen Boy.

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Der Ersatzbus holt uns pünktlich ab und bringt uns in die Peripherie der Stadt zum Mittagessen. Diese Mittagessen gleichen sich auf der ganzen Rundreise sehr, sind schmackhaft und bekömmlich und finden natürlich immer im Freien statt. Ein bisschen Fleisch, ein bisschen Fisch, Reis dazu, scharfe und weniger scharfe Soßen. Stets in Buffetform. Und dazu das unvermeidliche Bier in 0,65 Liter F laschen. Sie kommen eiskalt auf den Tisch, aber schon nach wenigen Schlucken stellt sich eine ekelhafte Lauwärme ein (es gibt Worte, da jubiliert das Rechtschreibprogramm!).
Dann werden wir zum Bahnhof von Chiang Mai gebracht. Zum Zug, zum Express nach Bangkok. Was wird uns da erwarten? Aber wir sind inzwischen Rundreisegestählt, mit allen Wassern gewaschen. Der Zug steht schon bereit, macht sogar einen vertrauenerweckenden Eindruck, und soll um 17 55 Uhr abfahren. Der Kiosk auf dem Bahnsteig wird gestürmt, sein Bierumsatz steigt ins Maßlose. Wer sagts: pünktlich um 17 55 Uhr setzt sich der Zug in Bewegung. Ja, da schau her! Achthundert Kilometer liegen vor uns. Wir richten uns häuslich ein. Später, um 22 Uhr soll das Abteil in ein Schlafabteil umgewandelt werden. Wir werden sehen… Vorerst sind wir mit dem Verstauen unserer paar Habseeligkeiten beschäftigt. Das Bier muss bereitgestellt werden und auch Mekong. Es wird zunehmend lustiger. Aus den einzelnen Abteilen klingen heimatliche Gesänge. Die Stimmung wird jäh unterbrochen von einem Schwarzen, der das Abendessen verteilt. Über diesen Akt wollen wir jedoch das Tuch des Schweigens breiten. Grund genug, die Feierlaune wieder auf das vorherige Niveau zu bringen.
Die Reiseleiterin von Bus 1, die Tina, die Ulknudel, verteilt busüberschreitend Mekong. Ich versuche, die im Westen untergehende Sonne zu filmen, aber es wackelt halt sehr.
Um 22 Uhr erscheint ein Herr. Ein Herr in Ausgehuniform, extrem schlank, extrem korrekt, extrem strenger Blick, keiner der anzüglichen Bemerkungen zugänglich. Dieser Herr verwandelt zielsicher unser Abteil in ein Schlafgemach. Kein Handgriff zuviel, keiner zuwenig. Zack, zack! Der Spuk ist schnell vorüber, denn der Herr hat viele Abteile zu verwandeln. Schon eineinhalb Stunden strebt unser Express gen Bangkok. Da bleibt er plötzlich stehen und rührt sich über eine Stunde nicht von der Stelle. Nichts geht mehr. Wie wir am anderen Tag erfahren, ist dort die Strecke zu steil, die Lok schafft es nicht!. Eine Zusatzlok muß von irgendwo herbeigeschafft werden. Dann geht’s endlich weiter. Nebenbemerkung: der Expresszug nach Bangkok fährt an jedem Tag zweimal!!
Wir beide schlafen, den Umständen entsprechend, recht gut….
Rattatata, rattatata, einZug eilt durch die Nacht. Gottseidank eilt er nun wieder. Als ich umra viere die Augen aufmache, ist es noch sehr ruhig im Zug. Ich scheine der Erste zu sein. Ich blinzle aus dem Fenster. Es beginnt schon vorsichtig zu tagen. Die Landschaft ist brettleben, durchsetzt von kleinen Seen, ab und zu ein Häuserl oder zwei.. Der Rest sind Reisfelder, Reisfelder, Reisfelder……
Der Schwarze schleicht durch den Waggon. Meine „Oberschläferin“ verhält sich noch ganz ruhig, liegt wohl noch in Morpheus Armen.. Ich schaue, schaue und staune. Hektargroße Flächen, die abgebrannt wurden, immer wieder diese schwarzen Inseln. Was brennen kann, wird angezündet, zur Qualitätssteigerung des Bodens. Hatte ich gestern Abend die sterbende Sonne an Steuerbord gefilmt, erscheint die Wiedererstandene nun an Backbord im Dunst der Brandrodungen.
Allmählich kommt Leben in die Remise. Auch Christine beginnt zu funken. Sie kommt runter und wir versuchen, ihr Bett hochzuklappen, was uns nicht gelingt. Also zunächst die Köpfe etwas einziehen. Nach geraumer Zeit erscheint der Herr, geschniegelt und gebügelt. Strenger Blick ins Nirgendwo. Ihm gelingt alles. Rack, zack, peng, knirsch verwandelt er im Handumdrehen ein Abteil nach dem anderen in den Tageszustand.  Zirkus vom Feinsten.
Der Schwarze erscheint mit dem Frühstück. Ich werde darüber kein Wort verlieren. Man kann auch nüchtern Zug fahren und für Mekong ist es noch zu früh.
Herr Pong erscheint mit Frau und tut uns folgendes kund: der Express wird nicht planmäßig um 6 Uhr in Bangkok eintreffen, sondern etwa um 11 Uhr mittags. Erstens wegen der sowieso schon erarbeiteten Verspätung, sondern auch, weil das Gleis in Bangkok durch Slums führt, wo Kinder auf den Schienen spielen, manche Hütten fast Berührung mit dem Zug haben und außerdem und sowieso…..
Der Express fährt zweimal täglich……Wir werden also schon sehr viel früher in Ayutthaya den Zug verlassen. Dort wartet unser Rundreisebus auf uns. Hoch lebe das Handy!

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Spiele, wenn die Zugfahrt lang wird………
Über die Geleise stolpern wir zum wartenden Bus. Das sind sie ja wieder: der perfekte Fahrer und der liebe Boy. Wir klettern auf unseren Hochsitz und freuen uns über“ unseren“  Bus.
Zu Beginn der Rundreise hatte man uns ein paar Blätter mit Informationen verteilt, darin enthalten unter anderem die Trinkgeldfrage. Es waren Richtwerte enthalten für den Fahrer, den Boy und den Reiseleiter. Den Assistenten hatte man vergessen. Also haben wir vier Briefumschläge vorbereitet und beschriftet. In aller Bescheidenheit, die Richtwerte haben wir generös aufgerundet. Die größten Augen wird der Boy gemacht haben. Einen Gesprächsfetzen schnappe ich auf: „…so zehn, fünfzehn Euro…“ Ich schäme mich für den Herrn…..solche Menschen sollten zuhause bleiben! Nun sind wir  „on the road again…“ Nächstes Ziel Kanchanaburi, die Stadt vor dem River Kwai. Fürs Hotel – inzwischen namenlos –reicht es nur zu einem Zwischenstopp, denn wir müssen zur berühmten Brücke, zum Kriegsmuseum, zum Soldatenfriedhof.Mit Verlaub, ein kleiner Auszug aus dem Reiseführer:
Das Jeath War Museum illustriert die Leiden der 61000 alliierten Kriegsgefangenen. In der Nähe liegt zwischen Fluss und Eisenbahnlinie der Soldatenfriedhof. Gleich daneben dokumentiert das Thailand-Burma Railway Center den Bau der 415 km langen Eisenbahnlinie zwischen Burma und Thailand, bei dem 16000 Kriegsgefangene aber auch an die 115 000 asiatische Kulis (darunter 80 000 Thais) ums Leben kamen. Von Kanchanaburi windet sich die „Todesbahn“ auf einer abenteuerlichen Strecke 77 km weiter. Auf seiner zweistündigen Fahrt durchquert der Zug 30 m tiefe, steile Schluchten, die damals nur mit der Spitzhacke  in den massiven Fels getrieben wurden und klappert kurz vor der heutigen Endstation Nam Tok über den haarsträubenden hölzernen Wang-Po Viadukt.

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An der River Kwai Brücke herrscht wie bei allen Sehenswürdigkeiten ein ordentliches Gedränge. Das Bauwerk strahlt dennoch ein Gänsehautgefühl aus. Die haben hier ihre KZ-Gedenkstätte und zeigen sie auch her. Noch eine Zugfahrt steht auf dem Programm.. Wir steigen ein in dieses wahnsinnige Gefährt und erwischen einen sehr schlichten Waggon, wohl für Einheimische. Zu beiden Seiten des Wagens erstreckt sich über die ganze Länge eine Bank, das wars. Mit Rumpelpumpel überquert der Zug die Brücke in langsamer Fahrt, denn der Lokführer muss erst die vielen Fußgänger wegscheuchen.
Dann aber legt er richtig los. Halte sich fest, wer kann! Ein Höllenritt beginnt. Ohrenbetäubender Lärm. Was kracht denn nur bei den Kupplungen der Wagen so hundsgemein? Christine krallt sich fest, ich auch, aber mit einer Hand muss ich filmen. Die Tür des Waggons knallt auf und zu.
In krassem Gegensatz zu diesem Inferno steht die wunderschöne Landschaft. Die heute Morgen  auf dem Weg nach Bangkok an backbord aufgegangene Sonne erlischt nun langsam an steuerbord in einem farbenprächtigen Schauspiel.
Vorläufig sind wir ahnungslos. Müssen wir diese wahnsinnige Fahrt auch zurück absolvieren, oder nicht.? Wir waren wohl bei den Erklärungen des Herrn Pong nicht ganz präsent. Aber alles klärt sich auf. Nachdem der Zug  den letzten Kilometer auf geschichtsträchtigen Pfeilern zurückgelegt hat, nähert er sich dem Endbahnhof und da warten unsere Busse 1 und 2.
Rückfahrt in Finsternis und Umsteigen auf einen Ponton, ausgestattet mit einem perfekten Restaurant.Es erwartet uns die Abschlussparty dieser Rundreise. Noch einmal ist ein prächtiges Buffet aufgebaut. Hunger ist nun genug vorhanden und auch Durst. Der Ponton legt ab, wird von einem Schlepper gezogen. Wir schippern an beleuchteten Ufern vorbei und unterqueren die Kwai-Brücke. Irgendwie verliert man die Orientierung und irgendwann wendet das Gespann. Am Verlust der Orientierung ist unser lieber Bus-Boy nicht ganz unbeteiligt. Er kümmert sich rührend um unseren Durst. Links eine F lasche Cola und rechts den Mekong. Und mittendrin ein schelmisches Grinsen. In tiefer Finsternis legt dann unser Fahrzeug am Ufer des Kwai an und wir steigen aus. Dienstbare Geister halten Ballons bereit. Jede Menge! Diese Ballons muss man sich als meterhohe Zylinder vorstellen, umundum mit hellem Stoff bespannt, unten eine Brennstelle. Diese wird entflammt und man hält den Zylinder vorsichtig mit den Händen fest, bis sich die Luft im Innern gehörig erwärmt hat. Dann will er weg, der Ballon, und beginnt in den dunklen Nachthimmel zu entschwinden. Christine hopst vor Spaß. Wir lassen drei von den Dingern steigen und schicken unsere Wünsche hinterher. Bei uns daheim sind diese Freuden verboten. Wegen der Luftfahrt. Noch ein kleines Feuerwerk, noch eine kleine „Seefahrt“ und wir werden bei unserem Hotel einfach an Land ausgesetzt.
Welch ein Tag!

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Die Abschlussfete
Sonntag, 14. März 2010 ,  letzter Tag der Rundreise

Die Organisation der Reise hat keine Kosten und Mühen gescheut und verordnet uns noch eine Klongfahrt mit einem Langschwanz. Wir kennen ja die Taxischlangen vor unseren Bahnhöfen. In gleicher Weise warten hier die Langschwänze auf ihre Passagiere. Anstehen in Zweierreihe. Reinplumpsen ins Schiff und los geht die Fahrt. Mal verhalten, mal mit richtig viel Gas, keine Verkehrszeichen verunstalten die Szenerie. Ja, Geisterhäuschen gibt’s die Menge, Menschen, die ihren Tag leben säumen die Wasserstraße, kaum berührt vom Tourismus, der an ihnen vorbeiläuft.
Gegen Ende der über halbstündigen Fahrt erleben wir noch ein bisschen Schwimmende Märkte. Ich sehe auf einem Boot die Durian-Frucht. Wie hatte ich mich auf Durian gefreut, wollte sie meiner Christine schmackhaft machen. Nirgends auf der Reise sehe ich Durian. Es sei nicht die richtige Jahreszeit, wird mir gesagt. Dabei gab es damals zur selben Jahreszeit nebenan in Indonesien die Durian in Hülle und Fülle. Schade! Dieses Durian-Boot hier hätte ich nie erreicht, ich kann ja nicht übers Wasser laufen.Es folgt eine Erholungspause, wenn man bei 35 Grad davon sprechen kann. Die Haxen tun weh, aber das Bier ist schön kühl. Kinder umschwirren uns,  wollen uns alles irgendwas verkaufen. Früh übt sich…

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So eine Kleine, besonders Hübsche wollte mir eine Gewürzmischung andrehen, was ihr – mit diesen Augen  – auch mühelos gelang. Man hatte ihr 200 Baht in die Hand geschrieben. Den Landessitten entsprechend gab ich ihr 100 Baht und sie bedankte sich höflich. Meine Schuld, das arme Kind wird sein Leben lang unter Rechenschwäche leiden. Der Bus wartet zur letzten Etappe. Er bringt uns durch einen paradiesischen Palmenhain riesigen Ausmaßes. Aber wie stets im Paradies lauert auch hier das Böse. Mittendrin eine Kokos-Verwertefabrik mit Menschen, die den ganzen Tag lang im Akkord schuften müssen. Wir schauen einem jungen Mann zu, der an seiner Maschine an die 420 Pakete Kokos am Tag fertig stellen muß. Je 35 Handgriffe. Nur kurz unterbrochen von einem kleinen Trinkgeld, diese Zeit muß er wieder aufholen. Seine junge Kollegin hinten in der Fabrik, der man nicht so fasziniert zuschaut, bekommt nichts. Noch lächerliche hundert Kilometer, dann wartet das Strandhotel, in dem wir endlich relaxen können. Erst werden die 5-sternigen in Hua Hin ausgeladen, wir 4-sternigen dürfen bis Cha Am sitzen bleiben. Endlich haben wir das Holiday Inn erreicht. Wie sagte doch am Anfang Herr Pong? Erst dort wird Ihre Erholung beginnen. Wie Recht er doch hatte! Artig und mit Herzlichkeit verabschieden wir uns alle von der Bus-Crew, eingedenk all der Aufmerksamkeiten und der perfekten Betreuung, die wir durch sie erfahren hatten.
Wir checken ein. Im Zimmer 2422 läuft die  Klimaanlage. Danke….
Erholung im Holiday Inn
An unserem Zimmer ist nichts auszusetzen, auch nicht, wenn ich an den Namenvetter in Chiang Mai denke. Sowas kriegste nicht so leicht wieder, als Holzklassetourist. Wir verfügen über einen gut geheizten Balkon. Draußen so an die 35 Grad und herinnen vielleicht 20. Stinchen geht meist nur zum Rauchen hinaus. Unter uns – wir wohnen im 4. Stock – soll in einem Wasserlauf ein Krokodil leben, wir bekommen es aber leider nie zu Gesicht. Den ersten Tag verbringen wir am Pool. Die Luft wabert und das Wasser bietet keine Erfrischung. Meine liebe Christine hat Angst vor der Kokosnuss die sie genau über ihrem Kopf peilt. Also gehen wir lieber zwei kleine Bierchen trinken. Die mit Mehrwertsteuer und Bedienung ausgedruckte Rechnung lässt uns – vornehm gesagt – aufmerken. Oha! Am Abend eine dürftige Pizza und zwei weitere kleine Bierchen heilen uns dann endgültig. Wir müssen eine Lösung finden und wir finden sie zu unserer Zufriedenheit. So, wie auch alle unsere Reisebegleiter.
Sie lautet: Fischerdorf. Dieses sogenannte Dorf ist in etwa 300 Metern erlaufen und zieht sich dann weitere 300 Meter hin. Es besteht zu zirka 40 Prozent aus Esslokalen, zu weiteren 40 Prozent aus Maßschneidereien. Die restlichen 20 Prozent teilen sich Massagesalons und sonstiges. Fast allabendlich führt uns der Weg hierher. Hier rührt sich was, hier kann man gut essen und man kann sich eine Hose schneidern lassen. Oder auch drei, so wie ich das mache. Christinchen treibt mich an und ich werde schwach. Die erste Hose – die Probehose – ist eine leichte Sommerhose in hellem Grau. Sie kostet 800 Baht, das sind 18 Euro und 64 Cent. Die zweite, eine gefütterte Winterhose in dunklem Grau beläuft sich auf 32,62 Euro, nachdem ich 100 Baht heruntergehandelt hatte. Die zieht der Chef sicher dem armen Jungen ab, der ihm im Laden assistiert. Als wir, wie vereinbart, das Stück abholen wollen, schickt uns das tapfere Schneiderlein erst zum Essen. Wir sollten später wiederkommen. Ein bedeutsamer Blick des Assistenten auf die Klimaanlage lässt uns die Sache klar werden: der muss erst sein Geschäft herunterkühlen, dass wir bei der Anprobe nicht vom Stangerl fallen. Dann gibt’s noch eine Jeans. Die sitzt so genau, dass die Popotasche nur einen sehr dünnen Geldbeutel verträgt. Sie kostet 1600 Baht…inklusive die Kosten für die Air Condition.
Die heißen Tage verbringen wir am Strand. Wir sind umgezogen, raus aus der wabernden Poollandschaft, hin zum Meer. Hier weht immer ein erfrischendes  Lüftchen. Wir haben  so etwa eine unterhaltsame Clique gebildet, gehen mitsammen zum Frühschoppen, hinter kaum 50 Meter in das kleine Einheimischen-Lokal. Zu Mittag gibt’s Shrimps zu einem Spottpreis. Immer 10 Stück. Die Schwänze bekommt die Katze. Gleich nach dem zehnten dreht sie sich um und geht.
Klaus, der Biermeister vom Baiyoke-Turm, fängt einen Riesengecko, der ihn prompt in den Oberschenkel beißt. Ich hätte das Vieh ja gar nie nicht angelangt. Klaus hängt ihn dann an einen Baum, dort hängt er dann den ganzen Tag, unbeweglich.

23

Unsere liebe Not haben wir mit den Strandhändlern. Sie wollen einfach nicht einsehen, dass man mit fünf gekauften „Seiden“tüchern auch schon ganz glücklich sein kann. Doch auch beim soundsovielten Fehlversuch bleiben sie freundlich, wie eben im Land des Lächelns.Dann taucht hinter dem Zaun, der die sogenannten Reichen und Schönen von ihnen trennt, die Mangomama mit ihrem Mann auf. Die Frau bereitet die Frucht kunstvoll zu, der Mann kassiert.

Abwechselnd genehmigen wir uns eine echte Thai-Massage. Sie dauert exakt 55 Minuten und ist gar nicht teuer. Dafür ist sie sehr kurzweilig, besonders, wenn die halbe Familie mithilft.

24

So gehen die Tage dahin. Sie sind mehr oder weniger namenlos, im Gegensatz zur Rundreise. Ich will es kurz machen. Am 23. März checken wir aus. Wir haben zwei kleine Bier und zwei kleine Bier und eine Pizza zu zahlen.  Halt, 200 Baht kommen noch dazu. Man hat mir in der Hotelklinik meine verletzte Zehe verbunden. Ein Bus nimmt unsere Gesellschaft um viertel vor sechs abends auf, um uns zum Flughafen in Bangkok zu bringen. Der Transfer, der lange F lug, die Zugfahrt, alles verläuft glatt und ohne Komplikationen.
Wir frösteln ein bisschen, als ich um viertel vor zwei p.m. die Haustür aufsperre. Wieder gesund daheim. Wir waren nur 26 (i.W. sechsundzwanzig) Stunden unterwegs.-Dieser Aufsatz ist großenteils nach den herkömmlichen Rechtschreibregeln verfasst. Dies ist Absicht, schon vor Jahren habe ich mir einen Stempel machen lassen
„Die Rechtschreibreform ist mir wurscht“. Mit Deutschland mags den Bach hinuntergehen, in der Zeitung stand heute zu lesen:
Es geht Berg auf ….. (habs erst beim drittenmal kapiert….)
Ich bedanke mich bei meiner lieben Frau Christine, oft auch Stinchen genannt, für die Geduld, die sie aufbrachte, als ich stundenlang am Computer saß, um dieses hier niederzuschreiben. Die Fotos stammen fast alle aus Stinchens Kamera.

Übrigens: „Mekong“ ist zwar ein Fluß, aber auch

„Mekong“ ist der unentbehrliche Thai-Brandy!

Ausnahmezustand für einige Regionen Thailands verlängert

Donnerstag, Juli 8, 2010 @ 03:07 PM
Denny

Geplant war den über einige thailändische Regionen verhängten Ausnahmezustand am 7. Juli aufzuheben, doch die thailändische Regierung befürchtet wohl immer noch, dass die Proteste der sogenannten “Rothemden” in einigen Gegenden wieder aufflammen könnten, sie sehen die Gefahr noch nicht gebannt. Deshalb wurde der Ausnahmezustand nun für Bangkok und 18 weitere Provinzen verlängert. In 6 Provinzen hingegen wie beispielsweise Kalasin,  Nakhon Sawan oder Nakhon Pathom gilt der Ausnahmezustand nicht mehr. Die Regierung teilte mit, dass sobald die Situation sich wieder normalisiert habe auch der Ausnahmezustand im gesamten Land vollständig außer Kraft gesetzt würde. Weiterhin wurde angegeben, dass trotz der Unruhen und den Protesten in diesem Jahr ein Zuwachs der Besucherzahlen erwartet wird, man geht von einem Wachstum von 5 bis 10 Prozent gegenüber zum Vorjahr aus, damals waren es immerhin ca. 14,1 Millionen Besucher.

Sicherheitslage in Thailand entspannt sich

Mittwoch, Mai 26, 2010 @ 01:05 PM
Denny

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes entspannt sich die Lage in Thailands Hauptstadt und den Nordprovinzen. So wird berichtet, dass gesperrte Straßen wieder freigegeben wurden und auch der öffentliche Nahverkehr hat seine Tätigkeit wieder aufgenommen. Vorsorglich wird die verhängte Ausgangssperre in Bangkok und den nördlichen Provinzen aber noch bis nächsten Montag beibehalten und auch die Verkehrskontrollen im Zentrum der Hauptstadt werden vereinzelt noch durchgeführt. Deshalb empfiehlt das Auswärtige Amt bis zum kommenden Montag auf nicht zwingend notwendige Reisen in die Region zu verzichten.

Ausnahmezustand in Thailand ausgeweitet

Montag, Mai 17, 2010 @ 01:05 PM
Denny

Besonders die Nordprovinzen und die thailändische Hauptstadt Bangkok sind stark von den Unruhen und Auseinandersetzung, die mittlerweile schon die ersten Todesopfer gefordert haben, zwischen Regierungsanhängern und den sogenannten Rothemden betroffen. Nun wurde der seit 7. Mai geltende Ausnahmezustand noch erweitert. In Bangkok gilt mittlerweile sogar eine nächtliche Ausgangssperre, auch die deutsche Botschaft in der thailändischen millionenmetropole wurde bis auf weiteres geschlossen, allerdings wurde ein Bereitschaftsdienst eingerichtet, welcher unter der Nummer +66-81-8456224 erreichbar ist. Außerdem findet man auf der Website der Botschaft eine Karte Bangkoks mit  Gegenden die man meiden sollte. Auch das Auswärtige Amt rät von Reisen in die Nordprovinzen und die Hauptstadt dringend ab, sofern sie nicht zwingend notwendig sind. Die südlichen Regionen gelten weiterhin als sicher.

Reisen nach Bangkok werden wieder angeboten

Freitag, Mai 7, 2010 @ 11:05 AM
Denny

Die thailändische Metropole und Hauptstadt ist seit dem 5. Mai wieder für den Tourismus freigegeben. Auch das Auswertige Amt rät nicht mehr von Reisen nach Bangkok ab. Viele Veranstalter haben die Millionenmetropole wieder planmäßig in ihr Programm aufgenommen, nachdem sich die politische Lage dort entspannt hat. Ausgenommen sind einige Hotels nahe der Kreuzung Ratchadamri/ Ploentchit Road, sowie Hotel an der Rajprasong Kreuzung, welche als Zentrum der Proteste gilt.

Auswärtiges Amt rät von Reisen nach Bangkok ab

Montag, April 26, 2010 @ 02:04 PM
Karoline

Durch die politisch angespannte Situation in Thailand, wegen den Auseinandersetzungen zwischen Regierungsanhängern und den regierungsfeindlichen “Rothemden” rät das Auswertige Amt nun von nicht zwingend notwendigen Reisen in die thailändische Hauptstadt ab. Die Benutzung des Bangkoker Flughafens sei zwar weiterhin ungefährlich, doch kann es innerhalb der Stadt zu Einschränkungen der Bewegungsfreiheit kommen. Da bisher noch kein Ende der Demonstrationen und Straßenkämpfe abzusehen ist und mit einer Verstärkung der Sicherheitsmaßnahmen gerechnet wird, rät man Urlaubern von einem Besuch Bangkoks ab. Andere Tourismusgebiete des Landes sind aber nach wie vor nicht von den Auseinandersetzungen nicht betroffen.

Obwohl die Lage in Bangkok angespannt ist besteht nach Angaben des thailändischen Fremdenverkehrsamtes keine Gefahr für Urlauber.  Sowohl auf dem Landweg als auch per Flugzeug sei das Reisen immer noch uneingeschränkt möglich und auch der internationale Flugverkehr über den Flughafen Suvarnabhumi verlaufen reibungslos.

Regierungsgegner und Sicherheitskräfte lieferten sich in der Nacht zum Sonntag heftige Straßenschlachten, bei denen 20 Menschen ums Leben kamen und rund 800 verletzt wurden. Bisher mussten aber noch keine Reisen nach Thailand abgesagt werden, allerdings rechnet die thailändische Tourismusbranche mit Schäden in Millionenhöhe. Touristen können sich über die unter stehenden Nummern des Außenministeriums in Bangkok und den Service-Telefonen des Fremdenverkehrsamtes Thailand über die derzeitige Situation informieren.

Außenministerium in Bangkok:

+66 (0) 2575-1023
+66 (0) 2981-7225
+66-88-022-1540
+66-88-022-1541

Thai Airways International (THAI):

+66 (0) 2356-1111

Suvarnabhumi Airport:

 +66 (0) 2132-1888

weitere Informationen finden Sie auch auf folgender Website:

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Thailand/Sicherheitshinweise.html

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